Berufsbildungsbericht 2025

Lage am Ausbildungsmarkt verdüstert sich

iStock, Lco - Julia Amaral

Der Berufsbildungsbericht 2025 der Bundesregierung zeichnet ein alarmierendes Bild des deutschen Ausbildungsmarkts. Der 181-seitige Bericht zeigt, dass die wirtschaftliche Schwäche Deutschlands unmittelbar auf die Berufsausbildung durchschlägt.

Rückgang bei Ausbildungsverträgen

Zum Stichtag 30. September 2025 wurden bundesweit 476.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – 10.300 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von 2,1 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen um 4,6 Prozent auf 530.300. Besonders betroffen sind Industrie und Handel, während Handwerk und freie Berufe leichte Zuwächse verzeichneten. Deutlich zugelegt haben hingegen Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe, wo die Zahl der Ausbildungsanfänger um 3,8 Prozent auf über 203.000 stieg.

Höchststand bei unversorgten Bewerbern

Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber: Mit 39.900 wurde der höchste Stand seit 2009 erreicht – ein Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es gibt damit so viele erfolglos gebliebene Ausbildungsbewerber wie seit 15 Jahren nicht mehr. Auf der anderen Seite sank die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen um 21,6 Prozent auf 54.400 – was darauf hindeutet, dass strukturelle Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage zunehmen. Als Reaktion empfiehlt er eine verstärkte und frühzeitige Berufsorientierung sowie gezielte Kommunikation mit potenziell interessierten Jugendlichen.

Soziale Ungleichheiten

Zwei Gruppen werden explizit als besonders benachteiligt hervorgehoben: Junge Frauen sind in MINT-Ausbildungsberufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) deutlich unterrepräsentiert; und Menschen mit Migrationshintergrund haben einen erschwerten Zugang zum Ausbildungsmarkt. Noch schwieriger ist die Lage für Jugendliche aus Haushalten mit Bürgergeldsbezug: Sie verlassen die Schule mit niedrigerem Bildungsniveau und nehmen in den ersten vier Jahren nach Schulabschluss seltener eine Berufsausbildung auf als Gleichaltrige ohne Leistungsbezug.

Fazit

Der Berufsbildungsbericht 2025 belegt eine strukturelle Verschlechterung des deutschen Ausbildungsmarkts, die weit über konjunkturelle Schwankungen hinausgeht. Die Kombination aus rückläufigen Vertragsabschlüssen, wachsender Bewerberlosigkeit und sozialen Ungleichheiten erfordert gezielte politische Gegenmaßnahmen – insbesondere in der Berufsorientierung, der Erschließung neuer Bewerbergruppen und der Bekämpfung struktureller Ausgrenzung.

BERNARDS AKADEMIE GmbH

Regina Bernards
Walter Passmann
Sascha Schwafertz

Am Hofgarten 20
53113Bonn
Tel.: 02 28 96 28 700

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