Die weltweit berühmte Tech-Messe CES fand zuletzt am 6. bis 9. Januar 2026 in Las Vegas statt. Sie zählte dieses Jahr 148.000 Besucher und stand klar im Zeichen von KI, Robotik, Digital Health, Displays und Wearables. Auffällig war, wie stark Alltagsgegenstände – vom Kühlschrank bis zur Brille – mit generativer KI und Sensorik angereichert wurden. Hier ein kurzer Überblick über interessante Innovationen, die manchmal auch verstörend wirken.
KI-Assistenten und Wearables
- Lenovo/Motorola stellten mit Qira einen hybriden KI-Assistent vor, der lokal und in der Cloud läuft und nahtlos zwischen Smartphone, Laptop und Tablet wechselt. Ziel ist ein personalisierter Begleiter, der kontextübergreifend agiert.
- Das KI-Wearable Nirva sieht wie Schmuck aus, zeichnet Gespräche und Kontext auf und analysiert Stimmungen, Energie und Stress über Sensoren und App. Damit verschiebt sich Self-Tracking von Fitness hin zu emotionalen Zuständen.
- Smart Glasses mit generativer Sprach-KI werden zu zu multifunktionalen Interfaces. Sie bieten freihändige Bedienung, Stimmenaufzeichnung, Möglichkeiten für QR‑Zahlungen sowie verbesserte Live-Übersetzungen, die irgendwann das Sprachenlernen überflüssig machen.
Gesundheit, Haushalt
- Earflo wurde als „Best of Innovation“ ausgezeichnet. Es ist ein nicht-invasives Gerät zur Behandlung von Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr von Kindern, das Operationen vermeiden helfen soll.
- MaaS-Bridge, ein Navigationssystem für Sehbehinderte, nutzt spezielle Kartendaten (stufenfreie Wege, Bordsteine) und gewann einen zentralen Innovation Award.
- Smarte Spiegel wie der Longevity Mirror analysieren Blutflussmuster im Gesicht per Kamera und KI, um Aussagen zu physiologischer und mentaler Gesundheit zu treffen.
- Der Roborock Saros Rover ist ein treppentauglicher Staubsaugerroboter mit flexiblen „Beinen“, der autonom zwischen Etagen wechseln kann.
Computer, Unterhaltungsgeräte
- Intels Core Ultra Series 3 erhielt einen „Best of Show“-Titel und steht für stark KI-beschleunigte mobile Prozessoren.
- Hisense 163MX mit innovativer RGB‑LED‑Technologie setzte Maßstäbe im Großbild‑Segment und wurde als Display‑Innovation gewürdigt.
- Samsungs Entertainment‑Companion‑Konzept verbindet TV, Sound und mobile Geräte zu einem durchgängigen Ökosystem für Inhalte.
Deutsche Unternehmen
Mehrere deutsche Konzerne und Mittelständler haben die CES 2026 vor allem für Automotive‑, Industrie‑ und Sensortechnik genutzt. Neben großen Marken wie Bosch, BMW, Mercedes-Benz und Siemens traten zahlreiche spezialisierte Aussteller im German Pavilion auf.
- Die neue KI-Cockpit-Lösung von Bosch (AI Extension Platform bzw. AI-Cockpit) erweitert bestehende Infotainment‑Systeme um einen stark personalisierten, kontextsensitiven Assistenten. Ziel ist, das Auto zum lernenden Begleiter zu machen, ohne die Hardware-Architektur im Fahrzeug komplett umbauen zu müssen. So reagiert das System z. B. auf Sätze des Fahrers „mir ist kalt“ mit entsprechenden Einstellungen. Ein System, das allerdings bei vielen chinesischen Herstellern wie BYD, Geely, Nio, Xpeng und Huawei Aito schon Standard ist.
- KION nutzte die CES, um gemeinsam mit Siemens zu demonstrieren, wie KI und digitale Zwillinge von einer Vision zu industrieller Realität werden, insbesondere in Logistik- und Materialflusslösungen.
- Im German Pavilion waren u. a. German Bionic (KI-basierte Exoskelette), Inova Semiconductors (High-Speed-Datenübertragung und Automotive-Lighting) sowie diverse Halbleiter-, Sensorik- und Mobilitäts-Start-ups vertreten.
Es lohnt sich für mittelständische Unternehmen auf jeden Fall, sich mit der CES und ihren digitalen Neuerungen zu beschäftigen. Best-Practice-Beispiele inspirieren.


