Mitten in der Sommerpause kommen endlich auch wieder gute Wirtschaftsnachrichten. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland steigen wieder. Auch andere positive Signale geben Anlass zur Hoffnung.
Auftragseingänge
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 saison- und kalenderbereinigt um 3,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2025 lag er kalenderbereinigt sogar um 6,5 Prozent höher. Es ist bereits der zweite Anstieg in Folge, nachdem auch der Mai schon ein Plus gebracht hatte. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich (April bis Juni gegenüber Januar bis März) legte der Auftragseingang um 1,3 Prozent zu.
Wirtschaftswachstum
Die Studie des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) mit dem Titel „Volkswirtschaft Kompakt" sieht Deutschland am Beginn eines Konjunkturaufschwungs. Das preis-, kalender- und saisonbereinigte BIP stieg im zweiten Quartal 2026 das dritte Quartal in Folge um 0,2 Prozent. Der Anstieg wurde vor allem von steigenden Exporten getragen, während der Konsum und die privaten Investitionen verhalten blieben.
Wegen der zunehmenden Aufschwungsignale hebt der BVR seine Wachstumsprognose für 2026 von 0,5 auf 1,0 Prozent beim preisbereinigten BIP-Wachstum an. Für 2027 bleibt die Prognose von 1,3 Prozent unverändert.
Die Grundannahmen sind dabei das Ende der Hormus-Blockade im Spätsommer, eine schrittweise Normalisierung der Rohstoffpreise und eine weitgehende Kompensation der Belastungen aus dem Irankrieg und der US-Zollpolitik durch das staatliche Sonderprogramm. 2027 sollen private Investitionen und Konsum breiter zur Erholung beitragen, während der Außenbeitrag kaum Impulse liefert, da Importe stärker wachsen als Exporte. Bei einer erneuten Eskalation des Iran-Kriegs droht 2027 jedoch eine Stagflation.
Weitere positive Signale
Ergänzend dazu stieg der ifo-Geschäftsklimaindex im Juli um +0,9 auf 86,6 Punkte. Auch die Wohnbaugenehmigungen legten 2025 um 10,8 Prozent und in den ersten fünf Monaten 2026 um 15,4 Prozent zu.
Inflation und Geldpolitik
Nach einem Anstieg auf 2,9 Prozent im April sank die Inflationsrate in Deutschland dank des Tankrabatts auf 2,3 Prozent im Juni, stieg mit dessen Auslaufen im Juli aber wieder auf 2,8 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 wird eine Inflationsrate von 2,8 Prozent und für 2027 von 2,5 Prozent erwartet.





