Neue DZ-BANK-Mittelstandsumfrage

70 Prozent bewerten ihre Geschäftslage positiv

iStock, Wavebreakmedia

Die neue halbjährliche Mittelstandsumfrage von DZ BANK und dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) bei mehr als 1.000 mittelständischen Unternehmen wurde Mitte Juli 2026 veröffentlicht. Die Geschäftslage bewerten rund 70 Prozent als "sehr gut" oder "gut". Die Investitionsbereitschaft sinkt jedoch.

Kostenbelastung als Top-Problem

  • Die Bürokratie bleibt für die befragten Mittelständler das größte Kostenproblem (74 Prozent). Im Herbst 2025 waren es allerdings noch 80 Prozent.
  • 67 Prozent nennen die hohen Energiekosten (vorher 53 Prozent). 
  • Auch die Rohstoff-/Materialkosten legten zu (57 Prozent, vorher 43 Prozent).
  • Die Arbeitskosten liegen mit 53 Prozent auf Platz 4 der Kostenprobleme.

Lieferengpässe und Preise

Die Sorge vor Lieferengpässen stieg in sechs Monaten um 13 Prozentpunkte auf 31 Prozent (Herbst 2025: 18 Prozent). Besonders betroffen sind die Elektro- und Chemie- und Kunststoffindustrie. Hier meldet jeweils fast jedes zweite Unternehmen Probleme. 43 Prozent der Betriebe planen daher Preiserhöhungen (Herbst 2025: 34  Prozent). Nur knapp 5 Prozent erwarten sinkende Preise.

Beschäftigung 

Trotz der schwierigen Lage planen 16 Prozent der Unternehmen einen Personalaufbau, nur 11 Prozent einen Stellenabbau. Knapp 54 Prozent der Mittelständler sind bereits im Ausland aktiv, 10 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr 2024 – ein Zeichen, dass Wachstum zunehmend außerhalb Deutschlands gesucht wird.

Investitionsbereitschaft sinkt

Nur noch 52 Prozent der Unternehmen planen, in den kommenden sechs Monaten in ihren Betrieb zu investieren. Das ist ein Rückgang von 9 Prozentpunkten gegenüber Herbst 2025 und ein niedrigerer Wert als während der Finanzkrise 2008/2009, der Corona-Pandemie 2020 oder der Energiekrise nach Kriegsbeginn in der Ukraine 2022. 

Als Hauptursachen nennt die DZ BANK die anhaltende Konjunkturschwäche ohne Erholungsphase, weiterhin unterdurchschnittlich ausgelastete Industriekapazitäten sowie die wegen des Iran-Kriegs stark gestiegenen Öl- und Gaspreise, die immer noch weit über Vorkriegsniveau liegen.

Investitionen in Deutschland dienen derzeit vor allem der Bestandssicherung, während Wachstum und Expansion verstärkt im Ausland stattfinden. Ausnahmen bilden die staatlich geförderten Bereiche Energie-Infrastruktur, Verteidigung sowie Digitalisierung/KI.

Bilanzqualität im Mittelstand

Der Bilanzqualitätsindex fiel um 10,4 Punkte auf 114,3 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit 2012. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote sank von einem Höchststand von 30,7 Prozent (2024) auf mittlerweile nur noch 26,5 Prozent, während die dynamische Verschuldungsquote um 43,6 Punkte auf 364,5 Prozent stieg, eine Folge zunehmender Fremdfinanzierung bei stagnierenden Cashflows.

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